PLATELIAI
Plateliai, eines der schönsten Städtchen in Niederlitauen, liegt am westlichen Ufer des Sees Plateliai. Das Städtchen ist stolz auf seine Vergangenheit.
In historischen Quellen wurde Plateliai im XV. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt. Das Städtchen lag auf der Halbinsel Šventorkalnis. Eine Holzbrücke verband die Halbinsel und die Burginsel im See Plateliai, auf der eine Burg stand. Am Ende des XVII. Jahrhunderts richtet sich das Städtchen auf der neuen, jetzigen Stelle ein.
Plateliai hat planmäßige Struktur mit dem Hauptplatz (das ist typisch für Städtchen in Niederltauen). Die Kirche von Plateliai wurde 1744 gebaut. Sie ist eine der ältesten Holzkirchen in Litauen. Hinter der Kirche in südlicher Richtung liegt Landsgutpark von Plateliai mit Bauten aus dem XIX. Jahrhundert.
Im Städtchen wohnen etwa 1100 Einwohner. In Plateliai befinden sich die Direktion des Nationalparks Niederlitauens, Informationszentrum, Gemeindeamt, Poliklinik, Apotheke, Försterei, Post, Bibliothek, Jachtklub, Tankstelle, Geschäfte, Bauernhöfe für Dorftourismus, Erholungsheime, Bushaltestelle.
Der Schlosspark liegt im südlichen Teil des Städtchens. Im Park wachsen vor allem hiesige Bäume: Eichen, Eschen, Linden, Ahorne und viele Ziersträucher. Hier wächst die dickste Esche in Litauen, sie ist Naturdenkmal. Die Einheimischen nennen den Baum Hexenesche. Eine Sage erzählt, dass der Teufel vier Eschen aneinander schmiegte und die wuchsen zu einem Baum. Eine andere Sage erzählt, dass eine Frau drei verzauberte Bäume (auf die sich nie ein Vogel setzte) mit ihrem Kopftuch zusammenband. Die drei Bäume wuchsen zusammen. Man kann die Spuren des Kopftuches noch heute auf dem Baum sehen. Noch eine Sage erzählt, dass sich die Hexen auf diesem Baum in dunklen Nächten versammeln und sich dort beraten.
Die Linde von Plateliai ist auch Naturdenkmal und wächst im Schlosspark Plateliai in der südlichen Allee. Ihre Breite auf der Brusthöhe ist 5,40m. Man schätzt das Alter der Linde auf 180 Jahre. Der Baum hat einen interessanten ästigen, dicken Stamm. Die Linde ist frostbeständig, sie wird wenig von Schädlingen angegriffen.
Die Ulme von Plateliai ist auch Naturschutzdenkmal. Sie wächst im Schlosspark. Das Alter der Ulme schätzt man auf 180 Jahre. Die Breite der Ulme von Plateliai ist auf Brusthöhe 4,8m, sie ist 26m hoch. Die Ulmen wachsen schnell bis 60 Jahren, später verlangsamet sich ihr Wachstum sehr. Die Ulmen können bis 300 Jahren alt werden. Sie sind frostbeständig und den Winden widerstandsfähig, weil sie tiefe Wurzeln haben.
Im Kornspeicher des Landgutes kann man Faschingsmasken, archäologische Ausgrabungen aus Šventorkalnis und Burginsel, alte Werkzeuge und Haushaltsartikel sehen. In Expositionssälen finden ständig Ausstellungen statt, werden Konferenzen und Seminare veranstaltet.
Der Aussichtsplatz befindet sich im Nordosten des Städtchens. Vom Platz hat man eine wunderbare Aussicht auf den See Plateliai, mit seinen schönen Inseln und Halbinseln, mit dunklen Wäldern von Plokštinė. Der See Plateliai ist der größte und der tiefste See in Niederlitauen. Seine Fläche beträgt ca.1200 ha, die tiefste Stelle ist 47m.
ŽEMAICIŲ KALVARIJA
Zum ersten Mal wurde Zemaiciu Kalvarija (früher- Gardai) in historischen Quellen 1253, wie eine Siedlung von Kuren mit der Burg, Alka, und Friedhof erwähnt.
Das Städtchen hat den für IX.- XIII. Jh. typischen Straßennetz aufbewahrt, viele historische, archäologische, architektonische, Kultur- und Naturdenkmäler. 1642 wurden Kreuzweg Jesu Kapellen auf natürlichen Anhöhen errichtet und seitdem findet jedes Jahr das berühmte Fest Kalvarijos statt.
In der Stadtkirche, im Großen Altar befindet sich das wunderbare Bild der Gottesmutter, das etwa 1640 von Rom gebracht wurde.
In Zemaiciu Kalvarija befinden sich das Museum des Dichters Vytautas Macernis, Gemeindeamt, Bibliothek, Geschäfte, Cafe, Bushaltestelle. Im Städtchen wohnen ca. 800 Einwohner.
BERŽORAS
Beržoras ist altes Dorf aus dem XV. Jahrhundert. Es befindet sich am nördlichen Ufer des Sees Beržoras hat seine charakteristische Landschaft aufbewahrt. Dort gibt es interessante architektonische Kultesdenkmäler. Die Kirche und der Glockenturm von Beržoras wurden 1746 gebaut, sie gehören zu den wenigen ältesten Bauten der hölzernen Kultesarchitektur in Litauen. Im Kirchhof befindet sich der alte Friedhof der Gemeinde Plateliai, dort sind viele bekannte Menschen beerdigt: der Volkskünstler S. Riauba, Historiker J. Mickevičius u. a. Dieser Friedhof ist einer der ältesten in Litauen. 1759 wurden in Beržonas 14 hölzerne Kreuzweg Christi Kapellen errichtet, die Anfang siebziger Jahre des XX. Jahrhunderts niedergerissen wurden. Zurzeit sind die Kapellen wieder aufgebaut.
Der See Beržonas beträgt eine Fläche von 50 ha, die Mitteltiefe ist 5 m, den See schmückt eine Insel.
In Beržoras befinden sich Bauernhöfe für Dorftourismus, Geschäft.
ŠARNELE
Das Dorf Sarnele wurde in historischen Quellen im XVI. Jahrhundert erwähnt. In der Mitte des Dorfes liegt der Schlossberg Sarnele, er wird auch Svedkalnis genannt. Am Fuß des Berges lag eine uralte Siedlung und in der Nähe auch Ort eines heidnischen Tempels (alkvietė). Auf dem Territorium dieser Siedlung wurden Funde aus dem ersten Jahrtausend gefunden. Von diesem Schlossberg hat man eine weite Aussicht auf die Gegenden von Šarnelė. Auf dem Schlossberg liegt eine der Visionen des Dichters Vytautas Macernis im Stein verewigt. Šarnelė war beliebter Ort des Dichters. Nicht weit von seinem Geburtshaus, auf dem Berg Zvyrinelis ist der Dichter beerdigt. Die Grabstätte des Dichters Vytautas Mačernis wird oft besucht.